Mein Lebensbild
Leben ist ein Prozess, in dem wir immer auch an Hindernisse stossen, uns an anderen reiben, von ihnen begrenzt, aber auch unterstützt werden, mit dem Endeffekt, dadurch in unserer Gesamtheit zu reifen, Fortschritte zu machen.

Es ist viel Anpassungsfähigkeit und auch Selbstvertrauen nötig, um auf diesem Weg wachsen zu können. Dabei kann es zu Blockaden kommen, die uns bremsen und unser Fortschreiten aufhalten, - wobei wir meist aus Angst, Bekanntes zu verlieren, vor notwendigen Entwicklungsschritten zurück schrecken, und diese dann nicht vollziehen.

Das kann zu Belastungen, und Symptomen wie Ängsten und Anspannungen führen welche überfordern und krank machen. Ich will mit meiner Arbeit Menschen helfen, diese Blockaden und Ängste zu erkennen und sich wieder zu getrauen, notwendige Veränderungen und Entscheidungen möglich zu machen, um daran zu wachsen und wieder gesund zu werden. 

Ich betrachte den Menschen als Schüler oder Schülerin in dieser Welt, um in der Auseinandersetzung und Begegnung mit anderen zu lernen, Erfahrungen zu sammeln und zu reifen. Gleichzeitig sind wir jedoch immer auch LehrerIn für die anderen, um im gegenseitigen Kontakt zu lehren und zu lernen und zu mehr Selbstkenntnis gelangen können.

Ich gehe von einem Lebensbild aus, das jeden Einzelnen als eigenständiges, selbstverantwortliches Mitglied seiner Umwelt versteht. Jedes Individuum, sei es ein Mensch, ein Tier oder eine andere Lebensform, verfügt über ein nur ihm eigenes, individuelles Muster von Wahrnehmungsfähigkeit, Denken, Fühlen, Intellekt, bewusstem/unbewusstem Erleben, mit dem es die Welt erkennt und auf die es mit seinen Eigenschaften, sozialem Verhalten, seiner Kreativität  zurückwirkt.

Jedes Lebewesen verfügt über die Fähigkeit einer lebendigen Auseinandersetzung mit sich selber und anderen und ist bereit, für sein Handeln die Verantwortung zu übernehmen. Als soziales Wesen bedarf der Mensch für sein Überleben und seine Entwicklung, der dauernden Kommunikation. Seine Individualität unterliegt ständigen Entwicklungen und Veränderungen. Anstösse zu solchen Veränderungen können zwar von aussen herangetragen werden, der Prozess selber kann jedoch letztlich nur von jedem Einzelnen ausgehen und darf nicht fremdbestimmt sein. Dieses Lebensbild gilt uneingeschränkt für gesunde und kranke Individuen gleichermassen, auch wenn an sich gegebene Fähigkeiten, Entwicklungsmöglichkeiten krankheitsbedingt intermittierend oder dauernd eingeschränkt sind.

In der Begegnung und der Beziehung mit dem Wesen, das sich mir anvertraut, verstehe ich dieses als eigenverantwortlichen Partner.  Dieses Wesen gibt vor, wie viel Unterstützung es braucht, wie viel Veränderung/Entwicklung es zulassen kann. Die therapeutische Arbeit beinhaltet, zusammen mit dem Klienten, der Klientin, nach den Ursachen von Krisen, Konflikten oder Krankheiten zu suchen, seine individuellen Fähigkeiten (Ressourcen) freizulegen und zu fördern und ihm explizit auf einer individuellen Beziehungsebene zu begegnen. Ich versuche, die Klienten wenn immer möglich dort abzuholen, wo sie sich selber sehen und erleben, ohne Wertung seiner individuellen Lebensform oder seiner bisherigen Lösungsversuche.

Es geht mir in der Behandlung, der Therapie oder der Beratung v.a. darum, den hilfesuchenden Menschen Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie ihre Situation sehen können, diese allenfalls auch anders wahrnehmen können, dabei die Sicht auf Wesentliches zu lenken, was bislang allenfalls übersehen wurde, und ihnen auch zu helfen, ihrer inneren Stimme zu vertrauen und neue Wege zu gehen. Dabei bleibt die endgültige Verantwortung beim jeweiligen Individuum und meine Rolle ist vorwiegend die eines "Wegweisers" oder auch Kanals für die innere und äussere Kraft, die alles Bestehende durchdringt und ohne die Leben nicht möglich wäre.